| Blütezeit: | Juni - Oktober |
| Vorkommen: | Die gemeine Schafgarbe ist eine Wiesenpflanze, die von der Ebene bis in die alpine Region auf nicht zu feuchtem Boden anzutreffen ist. Man findet sie außerdem häufig an Wegrändern, Banhndämmen und Getreidefelder. |
| Verbreitung: | Ganz Europa bis Nordkap, westlicher Himalaja, Sibirien, Nordamerika, Südaustralien und Neuseeland |
| Sammelgut: | Kraut |
| Sammelzeit: | Juni - September |
| Sammelvorschrift: | Zu Beginn der Vollblüte werden bis zu 20 cm lange Triebspitzen abgeschnitten und in dünner Schicht bei weniger als 30°C getrocknet. Die offizielle Droge stammt aus dem Anbau der Unterart Achillea millefolium collina und deren Sammelgut in Süpdost - und Osteuropa. |
| Inhaltsstoffe: | Atherisches Öl (0,2 - 0,5%) (darunter Cineol und Chamazulen), in dem verschiedene Terpene, unter anderem Pinien, Sabinen, Bornylacetat, Campfer, Artemisiaketon und Cineol. Das bitter schmeckende Achillein. Weitere Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Inulin, Harz, Mineralien und Gerbstoffe sowie antibiotische Substanzen. Eiweiß, Phospahte, Nitrate, Kalisalze |
| Heilwirkung: | blutreinigend, blutstillend, krampflösend, gefässtonisierend, antibakteriell |
| Anwendungsbereiche: |
Frauenkrankheiten (Haut-Anwendung), Afterjucken, Akne, Angina Pectoris (unterstützend), Appetitlosigkeit, Aufgesprungene Hände, Augenringe, Blähungen, Bluthochdruck, Blutungen, Diabetes,
Durchblutungsstörungen, Durchfall, Ekzeme, Erkältung, Erysipel, Gesichtsrose, Gicht, Gürtelrose, Gallenkoliken, Gastritis, Geschwüre, Hämorrhoiden, Herzschwäche, Kopfschmerzen, Krampfadern, Kreislaufschwäche, Menstruationsbeschwerden, Neuralgien, Nierenschwäche, Östrogen-Dominanz, Pfortaderstauungen, Rheuma, Schaufenster-Krankheit, Schnupfen, Schuppenflechte, Sonnenbrand, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Wechseljahrsbeschwerden, Weissfluss, Wunde Brustwarzen beim Stillen, Wundheilung |
Die Schafgarben (Achillea) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihr botanischer Name Achillea leitet sich von dem griechischen Helden Achilles ab, von dem behauptet wird, dass er mit dieser Pflanze seine Wunden behandelt hat. Vertreter dieser Gattung finden als Heilpflanzen Verwendung. Auch in den meisten Büchern zu Wild- & Wiesenkräutern ist sie zu finden und aus der Wildkräuterküche schwer wegzudenken.
Die zarten, jungen, doppelt gefiederten Blättchen können im Frühjahr in Wildkräutergerichten (Suppen, Salaten, Pasten etc.) verwendet werden. Sie haben ein mild-würziges Aroma. Ältere Blätter
sind aromatisch und deshalb als Gewürz gut geeignet, sollten aber sparsam verwendet werden, weil sie recht bitter schmecken. Kräuterbutter, Suppen und Dips können damit verfeinert werden. Die
Blüten passen gut in Teemischungen.
Die Schafgarbe wirkt adstringierend, antiseptisch, blutstillend, harntreibend, krampflösend, menstruationsregulierend, narbenbildend, tonisch und windtreibend. Der Geschmack der Schafgarbe ist
adstringierend bitter.
In der Naturheilkunde benutzt man von der Schafgarbe die Blätter, die Sprossspitzen und die sich ab dem Spätsommer bildenden Früchte.
Die Schafgarbe wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet.
Verwendung finden die blühenden Schafgarben als Bitter-Tonika bei Verdauungsstörungen und Koliken. Zudem werden die Blüten zur Pflege der Gesichtshaut in Dampfbädern eingesetzt.
Inhaltsstoffe der Schafgarben sind Proazulen, Ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide, Chamazulen (in seiner Vorstufe Matricin), Kampfer, Achillein und andere Bitterstoffe sowie verschiedene
Mineralien (vor allem Kalium).
Wird manchmal mit dem Wiesenschaumkraut oder Doldenblütlern verwechselt, obwohl Schafgarbe kein Doldenblütler ist.
Bei den Achillea-Arten handelt es sich um ausdauernde krautige Pflanzen, selten Halbsträucher, die Wuchshöhen von 6 bis zu 80 Zentimetern erreichen. Meist duftet die ganze Pflanze aromatisch. Im
Frühling treibt das Rhizom eine Blattrosette aus. Später wächst ein Stängel, auf dem sich die Blüten bilden. Der glatte bis behaarte Stängel ist zäh und innen markhaltig. Die schmalen,
wechselständigen und gefiederten Laubblätter sind gestielt bis sitzend.
Der einfache oder zusammengesetzte scheindoldige Blütenstand besteht aus vielen kleinen körbchenförmigen Teilblütenständen. 10 bis 30 Hüllblätter stehen in (ein bis) zwei bis drei (bis vier)
Reihen. Die Blütenkörbchen weisen meist einen Durchmesser von 2 bis 3 (selten 5) Millimeter auf und enthalten (5 bis) 15 bis mehr als 75 Röhren- und selten keine, meist aber drei bis fünf (bis
zwölf oder selten mehr) Zungenblüten. Die Blütenfarbe der meisten Arten ist weiß bis schwach gelblich, auch rosa Färbungen kommen vor. Die Achänen besitzen meist zwei Rippen.
Schafgarben mögen durchlässige, aber nährstoffreiche Böden und volle Sonne.
Die Achillea-Arten sind in der subtropischen bis gemäßigten Zone Eurasiens beheimatet, einige Arten aber auch in Nordafrika und in Amerika. In ganz Europa sind sie bis zum Polarkreis und auch in den Alpen heimisch.
Die Ernte beginnt im März bis in den August hinein. Die zarten Blätter werden im Frühjahr und während der Blütezeit alle krautigen Teile geerntet. Die Trocknung erfolgt an einem luftigen und schattigen Ort. Sie dürfen sich nicht schwarz verfärben. Die Aufbewahrung hat trocken und lichtgeschützt zu erfolgen.
Die Wirksamkeit der Schafgarbe ist mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen. Schon seit dem Altertum hat Schafgarbe ihren festen Platz unter den Heilmitteln: So hat Achilles der Legende zufolge
mit Schafgarbe König Telephus im Trojanischen Krieg geheilt (daher auch der botanische Name); seit Jahrhunderten ist die Schafgarbe in der Heilkunde (z.B. bei den Römern oder auch Hildegard von
Bingen) bewährt; auch Goethes "Götz von Berlichingen" lindert die Beschwerden des verwundeten Ritters mit Schafgarbe: "Sie stillt das Blut, gibt neue Kraft" - Längerfristiger Dauergebrauch des
Tees soll sogar altersbedingte Beschwerden verbessern und bei Schmerzen von Angina Pectoris hilfreich sein. Schafe fressen sie besonders gern - daher der deutsche Name. In vielen Magenbittern ist
die Schafgarbe enthalten. Umschläge und Spülungen....kann man sowohl mit alkoholischen Extrakten (z.B. bei entzündeter Haut und Schleimhauterkrankungen) oder Schafgarbenabsud (als Wundheilmittel)
machen.
Die verschiedenen Schafgarbensorten spielten früher auch in der Wahrsagerei eine große Rolle. Im I-Ging, einem uralten chinesischen Orakel, werden Schafgarbenstengel für Weissagungen
verwendet.
Allheil, Barbarakraut, Bauchwehkraut, Feldgarbe, Garbenkraut, Gerwel, Grensing, Gotteshand, Gotteskraut, Heil aller Schäden, Hergottrückenkraut, Jungfernaugenbrauen, Kelke, Magaretenkraut, Neunkraft, Releke, Rippel, Rippenkraut, Röhlke, Schafrippe, Schafzunge, Sichelkraut, Tausendblatt
Schafgarbensirup:
Man zupft von den Blütendolden die einzelnen kleinen Blüten ab. Je mehr Blättchen und Stängel sich im Pflanzengut befinden, desto bitterer wird der Sirup schmecken. ½ Liter davon kommt in eine Glasschüssel. 2 bis 3 Essl. Zitronensäure oder den Saft von 4 Zitronen darüber geben. 2 kg Zucker in 2 Liter Wasser auflösen und aufkochen. Noch heiß über die Blüten gießen und umrühren. Mit einem Tuch abdecken und 2 Tage an einem warmen Platz stehen lassen. Immer wieder umrühren, damit alle Blüten gleichmäßig mit dem Zuckerwasser in Berührung kommen. Dann abseihen und in sterile Flaschen füllen.
Wer für den Winter konservieren will, muss nochmals aufkochen, damit der Saft völlig keimfrei ist. Ansonsten laufend verbrauchen. (Rezept aus „Die Kräuter in meinem Garten“)
Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "Schafgarbe" aus der freien Enzklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“.
Nährwertangaben aus: Gu Nährwerttabelle
Inhalte Kurzsteckbrief/Geschichtliches: kaesekessel.de
(Aussagen zur Heilwirkung: heilkraeuter.de)
selbst zusammengefasstes Wissen aus Büchern (siehe Buchempfehlungen)
Rezept/Verwendungstipp: http://www.kraeuteralm.at
Tipp da toll gemacht: www.pflanzen-vielfalt.at

Spitzwegerich genauer betrachtet
Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata), auch Spießkraut, Lungenblattl oder Schlangenzunge genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) gehört. Das ...
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"Lasse Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!"
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| Zitat: Hippokrates (460-370 v.Chr.) |